Sonntag, 8. August 2010

Tage mit lauter roten Ampeln..

Irgendwie denke ich das ist der passendste Titel für diesen Nörgel-Jammer-Selbstmitleids-Beitrag, der nun folgt. Ja richtig...
Dass ich nicht gerade ein Glückskind bin, das wurde mir schon irgendwann vor etwa 2 Jahrzehnten bewusst. :-P Trotz allem habe ich nicht immer so viel Pech wie momentan. Aber sowas kommt ja auch nie einzeln, sondern wenn dann richtig dicke. Und momentan trennt mich nur ein leerer Autotank oder eine zerbrochene Tasse von meinem ersten Amoklauf.

Aber neben dem vielen Flennen hier auch eine kurze Auflistung, damits auch amüsant wird (würds nicht mir passieren würd ich mich vermutlich scheckig drüber lachen *hust*). Die Zuordnung ist relativ zufällig, ich hab den ganzen Mist nicht derart dokumentiert. Aber die Häufung kommt hin..


5:00 Katzen werden wach, Tibo beginnt mit seinem Terror (Tapete runterzupfen, am Schrank kratzen, Bodenleiste zupfen) - nein, wir wissen nicht warum. Entweder hat der einfach ADHS oder ihm ist langweilig oder er ist der Teufel *schulterzuck* Dagegen hilft auch nix, immer wieder vertreiben.. das einzige was GELEGENTLICH hilft ist ihn festzuhalten. Ja, wirklich. 10 Minuten festhalten, er will flüchten, dann entkommt er, dreht eine Runde und kommt sofort wieder, schnurrend als sei nichts gewesen. Grr.
5:20 Man ist jetzt natürlich wach. Toll, noch 40 Minuten Schlaf.
5:40 Einschlafen ist nicht mehr. Klasse, bleib ich halt gleich wach, mit Katzen kuscheln.
5:58 Tiefschlaf.
6:00 Der scheiß Wecker geht los und der viel zu gut gelaunte Radiomann erzählt irgendwelche Nachrichten. Arrrgggh.
6:05 Das Bett kotzt mich aus, ich schlurfe ins Bad. Tibo kratzt hektisch in der Badewanne um zu zeigen dass es Zeit ist für die Fütterung.
6:07 Chou-Chou hat wieder einmal gegen das neue Streu protestiert. Man entferne das Häufchen, das direkt vor dem Katzenklo liegt.
6:10 Mit Chris um das Vorrecht am Waschbecken kämpfen. Ich werde dann schon angespannt und kribbelig, wenn wir uns verrenken damit auch jeder die ausgespuckte Zahnpasta ins Becken trifft. (Hab ich schonmal gesagt dass unser Bad zu klein ist?)
6:30 Kaffee dringend nötig. Kaffeepads alle (*KNURRR*), egal, ich mag eh tonnenweise Kannenkaffee fast lieber, versuche es als positive Wendung zu deuten. Ich richte den Kaffee, Wasser rein, Kaffee rein, Deckel zu, Knopf drücken - kann ja nix schief gehn, oder? Drehe mich um, wasche die Katzenschüsseln aus (dank Giardien müssen diese ausgekocht werden, da unser Wasser heiß genug rauskommt reicht das meist). Also spül spül schrubb schrubb, und mich überkommt die Gewissheit, dass bestimmt etwas mit dem Kaffee nicht klappt, im selben Moment WEISS ich einfach, dass der Filter bestimmt verrutscht ist. Ich drehe mich um, gucke nach, und JA, NATÜRLICH. Es rinnt hellbraune durchsichtige Pissbrühe raus, der Filter total verwurschtelt. Fluchend rück ich das Ding zurecht, gieße das helle Zeugs oben wieder rein. Ja, Tropfschutz denkste, rinnt trotzdem weiter. Gieße schneller, tropfe voll daneben. Egal, hopp. Schnell die Überflutung daneben weggewischt. Und, was bemerkt? Ja, hinter mir rinnt das Heißwasser noch immer.
6:35 Heißwasser in der Küche reicht nicht ganz eine Minute. Es ist jetzt kalt. Ich knirsche mit den Zähnen.
6:37 Beim Mittagessen richten merke ich dass Chris die neue Käsepackung geöffnet hat, obwohl die alte noch fast voll ist, der Käse in selbiger dank schlampigen Verschließens dunkelgelb und an den Rändern eingerollt. Ich zische Chris ein paar Nettigkeiten entgegen und hacke Teile des alten Käse ab.
6:45 Wutentbrannt stampfe ich ins Wohnzimmer, ramme einen Zeh am Türpfosten (merke, dramatischer Auftritt erst möglich wenn richtig munter), motze Chris nochmal entgegen wie scheiße alles ist und geh mir selber gehörig auf die Nerven.
6:50 Chris geht arbeiten und ich fühl mich total dämlich :-(
7:00 Ich setz mich vor den PC, will ein paar Serienfolgen schaun, immerhin muss ich erst später zur Arbeit.
7:01 Nach mehrmaliger Überprüfung steht fest: Meine externe Festplatte ist abgeraucht. Win bietet mir aber freundlicherweise eine Formatierung an, damit ich wieder drauf zugreifen kann. Ja, ne.
7:05 Ich bin kurz vorm Losflennen, tippe Chris ein Entschuldigungs-sms, und erzähle vom Drama, zieh mir nebenbei den Kaffee rein. Dieser ist nun ein sogenannter Löffelkaffee. Den Begriff prägten meine Cousine und ich für Kaffee, der so stark ist, dass der Löffeel grade drin stecken bleibt. Egal, kanns jetzt brauchen.
7:20 Mein Frühstück schmeckt scheiße, die Mango im Müsli hat eine Geschmacksrichtung Styropor-Sommerwiese und Konsistenz Backstein. Mmmhhh.
7:35 Ich gehe mich schminken. Alles klappt. Ich fass es nicht und verblinzel mir vor Freude die Wimperntusche im halben Gesicht. Meine Augen tränen und ich überlege zu wieviel Prozent das mit der Wimperntusche drin zu tun hat.
8:00 Ich will gehen, bemerke den überaus deutlichen Geruch. Schnappe Tibo, mache Poppes-Kontrolle und bemerke: Ahja, Giardien sind wieder da. Wasche den strampelnden Kater und flitze zum Auto. Das Mittagessen bleibt in der Küche liegen.
8:20 Am Weg durch die Innenstadt erwische ich jede Ampel in der Rotphase. Außerdem klappert das Auto wieder deutlich lauter und mir wird klar: Ja, es muss nun wirklich in die Werkstatt.
8:40 Ich erreiche die Autobahn. Muss ich jetzt noch erwähnen dass ich im Stau stand ???
9:30 Zu spät in der Arbeit. Normalerweise ist es relativ egal, wann ich komm, solange nicht vorher ein Termin wäre. An DIESEM Tag gibts natürlich schon 3 Krisen die auf mich warten, und eine entnervte Chefin die fragt wo zum Donnerwetter ich war. Ich verkneife mir das "ICH HAB SPÄTSCHICHT" und widerstehe dem Impuls einen Herzinfarkt vorzutäuschen.
9:30-18:00 Diverse Krisen, motzende Teenager und Eltern, die *zensiert*...
18:05 Ich trommle auf meine Schläfen ein - bringt nix. Diverse Anti-Kopfweh-Drogen sind irgendwo, aber nicht in meiner Tasche.
18:30 Etwa auf der Hälfte der Strecke merke ich, dass mein Ring noch in der Arbeit neben dem Waschbecken liegt. Yeah.
18:50 Dank der Bauarbeiten gibt es in der näheren Umgebung der Wohnung keine Parkplätze.
19:20 Nach einigen Runden finde ich einen, und friemle mich äußerst geschickt hinein.
19:30 Ich steh drin. Zumindest der Großteil des Autos. Ich pfeffere die Tür zu, spiele 5 Minuten mit dem baumharzverklebten Schloss und stampfe nach Hause.
19:40 Endlich daheim. Mit hämmernden Kopfschmerzen, müde wie noch was und mir kracht der Magen.
19:45 Chris eröffnet mir, dass er noch nicht zum Kochen kam (sehe ich da wirklich das Mist-PC-Spiel auf seinem Monitor???) und wir außerdem kein Hackfleisch mehr haben, wie wir eigentlich eingerechnet hätten.



An diesem Punkt habe ich glaube ich hysterisch zu schreien begonnen, aber dank des Blackouts aufgrund der handfesten Migräne kann ich mich nicht mehr erinnern.


Da eigentlich 7 Tage der letzten Woche so oder so ähnlich liefen und meine Nervenkapazität eigentlich schon davor aufgebraucht war, benötige ich zur Zeit GAANZ DRINGEND Lieder wie das folgende, um nicht im Kreis zu springen:
Delain - April Rain
Ich hab absichtlich nicht das offizielle genommen, sondern das mit Text :-) Ich hör die Musik von denen übrigens grad recht gern, eignet sich hervorragend zum Sportmachen. In diesem Fall war natürlich Sinn der Sache bei voller Lautstärke mitzuschreiensingen.


Somit ende ich diesen Beitrag damit, dass ich nach der Woche die Zalando Flatrate echt verdient hätte :-D



Kommentare:

  1. Ich bin mir wie immer keinerlei Schuld bewusst und distanziere mich total von Anschuldigungen gegen mich.

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  2. Ich wollte gerade ein Beweisfoto machen, von den beiden geöffneten Käsepackungen. 2 Updates dazu:
    1. Der alte Käse ist "hinüber" in Auslassung aller Details dazu.
    2. Der Akku der Kamera ist (natürlich) jetzt leer als ich sie einschalten wollte.

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  3. Alter Schwede ... Ich glaub was mich von alledem am meisten aufgeregt hätte wer die Festplatte. Oder die Chefin. Oder das mit dem Ring ... naja, gut. Lied gefällt mir übrigens. Du solltest es doch schon seit 20 Jahren gewohnt sein, eigentlich. Fühl dich getätschelt. Ich halt dir die Daumen mit der Flatrate!!

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