Donnerstag, 13. Oktober 2011

Lebensmittel und so...

Heute kommt mal ein seltsames Thema, aber es geht mir grade ein wenig durch den Kopf.
Relativ unzusammenhängend trifft in letzter Zeit ständig etwas auf meine Ohren (bzw Augen), das sich, grob zusammengefasst, mit dem Umgang von Lebensmitteln beschäftigt. Sei es nun Lagerung, Einkauf, Verwendung etc. Meistens zusammen mit dem Hinweis, dass bei vielen Menschen ein großer Teil der Lebensmittel wieder (ungenützt) im Müll landen. Heute las ich bei gmx (ja gut jetzt keine wissenschaftliche Quelle, ich weiß *g*) es sei bis zu einem Drittel der Lebensmittel betroffen.

Ich für meinen Teil kann das nur schwer nachvollziehen. Gut, mein Vater war da auch immer sehr eigen: da durfte nix weggeschmissen werden, sonst hat er sich tierisch geärgert oder geschimpft wenn man irgendwas wollte und es dann kaputt werden ließ. Meist hatte das zur Folge, dass er die "ungeliebten" Sachen schnell selbst gegessen hat bevor sie kaputt gingen. Trotz dieser Philosophie war unser Kühlschrank immer randvoll, ebenso wie 1-2 riesige Tiefkühltruhen, und selbstverständlich wurde das niemals (rechtzeitig) aufgebraucht. Irgendwo war da also ein Fehler im System. - Beeinflusst hats mich trotzdem.

Bis heute nervt es mich, wenn wir was wegwerfen. Letzens wars eine Chilischote, die wir für ein leckeres Rezept (Lachs in Limettensoße) gekauft hatten, aber dann das Kochen immer weiter verschoben haben, und die Chilischote in ihrer Plastiktüte im Kühlschrank ne schimmelige Spitze hatte. Ich hol das Ding also raus, guck aufs Etikett und denk mir: klasse, 60 Cent fürn Arsch.

Theoretisch ist das doof, ich verschwende auf die Woche sicher mehr als 60 Cent für weniger sinnvolle Dinge (zB wenn ich in der Mensa nen Pappbecher für 10Cent zum Kaffee kauf weil ich zu faul bin nachher die Tasse zurück zu tragen), aber bei Lebensmittel störts mich unglaublich. Nicht auch deshalb weil ich mir denke, dass es mir nicht zusteht Lebensmittel wegzuwerfen, wenn ich sie mir einfach so leisten kann und andere nicht. Dementsprechend regt es mich natürlich vor allem bei "Luxus"-Lebensmitteln auf wie Fleisch oder exotische Früchte.

Trotzdem bin ich eigentlich der Überzeugung, dass wir das im Großen und Ganzen recht vorbildlich handhaben. Dass bei uns was im Müll landet passiert höchstens 2-3 mal im Monat, und es sind meist Klassiker wie verpackter Salat (und ich kauf den Müll trotzdem immer wieder), Erdbeeren (ein Kollegenschwein am Boden und die ganze Schale ist hinüber), Karotten (scheiß Plastikschachtel he) und Schinken (hier am meisten hmpf).

Somit hab ich jetzt ein wenig gebrainstormt, was wir schon gut machen, bzw. was verbesserungswürdig ist. Vielleicht interessierts die eine oder andere, oder holt sich Anregung, oder hat Tipps für mich


1. Wochenplan
Wir haben, so langweilig das klingt, einen genauen Essens-Wochenplan. Eigentlich dient das mehr dem Immer-Über-Ziel "Abnehmen", aber wir machen das auch wenn unsere Motivation grade nicht da ist, oder wir wenig förderlich essen. Das ist sehr praktisch, da wir gezielt einkaufen können (insgesamt also weniger Zeit dafür verwenden müssen). Anfangs war das sehr lästig, ich glaub ich hab ein Monat gebraucht bis es "lief". Jetzt schreib ich immer freitags eine Liste, und samstags gibts den Großeinkauf. Meist brauchen wir dann noch einmal unter der Woche frische Zutaten, aber das wars dann. Dabei hat sich bei mir ein Schema heraus kristallisiert, ein "Rohbau" sozusagen. Das macht das Einfüllen der Felder leichter und ist mit weniger Kopfzerbrechen verbunden.

So ähnlich sieht das aus:
SA: Lieblingsfrühstück - Kleinigkeit (Brot/Salat/Suppe) - Fleischspeise
SO: aufwändiges Frühstück - Exotisches/Aufwändiges/Ausgefallenes - Schnelles
MO: Klassiker (siehe viele Frühstücksposts) - Arbeit/Vorgekochtes - variabel
DI: Klassiker - Arbeit/Vorgekochtes - was schnelles/Kaltes/Suppe/salat
MI: Klassiker - Arbeit/Brot - eventuell Fleisch
DO: Klassiker - Vorgekochtes - was abnehmförderliches/Fisch/Suppe
FR: Fertigmüsli - Arbeit / Brot - etwas mit ordentlich Kohlehydraten/Nudeln/Kartoffel

Dieses Raster hat eigentlich nichts mit übergeordnetem Sinn zu tun, sondern hat sich bei uns einfach als praktisch erwiesen.. 2 mal die Woche mittendrin gibts was zum "Ausrutscher ausbügeln", aber Freitag muss ich irgendwas essen, was mit "Schlemmern" zu tun hat. Keine Ahnugn warum, ich krieg immer total Heißhunger am Freitag abend *g* Ähnlich ists unter der Woche - je später desto weniger Lust haben wir auf Vorkochen, bzw. desto schneller muss es gehen. Wann ich in der Arbeit ess hängt natürlich vom Essensplan dort ab und ist sehr variabel.
Aber ich denke, bei den meisten hat sich ein bestimmtes Muster eingespielt, ohnehin. Wenn mans nun aufschreibt und gezielt einfüllt ist es gar nicht mehr so schwer, eine ganze lange Woche voraus zu planen.

2. Vorräte
Viel haben wir davon nicht, aber die Klassiker. Bei uns gibt es eigentlich immer vorrätig:
- Müslis, Haferflocken, Rosinen, Nüsse
- Nudeln
- Reis
- Zutaten um ein Brot zu backen (Hefe, Mehle, Körner)
- Eier
- ein paar Konserven (Tomaten-irgendwas, Kokosmilch)
- Milch
- Sauerkonserven: Gurkerl, Oliven, eingelegte Paprika
- 2-3 Gläser Obstkonserven (Kirschen, Ananas ohne Zucker)
- Tiefkühlbeeren
- Tiefkühlbrötchen
- Tiefkühlfisch
- Tiefkühlgemüse (Pilze, Rosenkohl, Blumenkohl, Bohnen, Mais)
- Parmesan
- Marmelade (liegt aber daran dass man die kaum aufbraucht *g*)
- Honig
- Äpfel
- Zwiebel, Knoblauch, meist auch Kartoffeln

Mehr haben wir eigentlich nicht. Find ich auch nicht nötig, im Notfall (wenn wirklich mal was schlecht geworden ist) lässt sich daraus Essen basteln Da es nicht viel ist hat man auch recht guten Überblick drüber und es geht uns so gut wie nie was aus, bzw. wird rechtzeitg nach bestückt.

3. Lagerung
Ich bin noch ein wenig unzufrieden mit unserer Außen-Kühlschrank-Obst/Gemüse Lagerung. Balkon ist bei sommerlichen Temperaturen nicht wirklich praktisch, und in der Wohnung hab ich aktuell kein Fach dafür. Generell ist die Küche aber noch nicht optimal ausgelastet, das muss sich vielleicht noch einspielen.
Wer Tipps hat, wo man Zwiebel/Kartoffel/Äpfel am Besten versteckt - immer nur her damit! (früher hatte ich sie in einem Kastel unterm Mehl gelagert..)
Im Kühlschrank selbst verfeinde ich mich gerade mit meinem Gemüsefach. Das Ding schwitzt wie verrückt. So Probleme hatte ich noch nie mit einem Kühlschrank, theoretisch wäre DAS die perfekte Apfellagerung (aber die park ich nicht im Kühlschrank). Ich weiß echt nicht was ich falsh mach, auch mit Küchenpapier drunter ists total wässrig -> konstante Schimmelgefahr wenn man nicht danach schaut. Die arme Chili und schon einige Schälchen mit Karotten sind dem Fach zum Opfer gefallen. Aktuell lagert dort die Milch, Gemüse trau ich mich nicht mehr reinlegen *motz*
Wie ihr seht - der Punkt ist noch am unausgewogensten.

4. Essensmengen
Auch hier helfen uns leckere Diätrezepte bei der Mengeneinschätzung. Wir kochen einfach nur für 2 Personen. Dazu kommt, wir sind "gute" Esser, also soo schnell wird uns eine Diätportion nicht zu viel ;-D Je nach Rezept ist es ein "vorbildlich angekleckerter braver" Teller oder bis höchstens jeder kann noch 1mal nachnehmen. Eigentlich ists aber immer so, dass wir danach weder Hunger noch Essen übrig haben.
Mit ein bisschen Zutaten-Abwiegen-Kontrolle kommt man sehr schnell auf eine realistische Einschätzung. Bei uns ist das pro Portion:
100-150g Fleisch / 150-200g Fisch
50-80g Nudeln/Reis, Kartoffeln etwas mehr
etwa 2 Handvoll Gemüse
Das ist nun natürlich sehr pauschal, aber so berechnen wir etwa, kommt natürlich dann drauf an wie das Rezept gestaltet ist (logischerweise braucht man für ein Nudelgericht mehr Nudeln als bei Beilagennudeln). Exakt ists natürlich auch nicht, der Mann kriegt natürlich etwas mehr als die Hälfte.

5. Saisonzutaten
Jaaa, das nehme ich mir immer vor. Klappen tuts dann nur mäßig gut, weil ich dann einfach Lust auf Sachen habe, die grad nicht Saison haben. Aber es ist ja selbsterklärend, dass es Sinn macht jetzt zB Kürbisse und im Frühjahr die Erdbeer- und Spargelzeit zu nutzen als auf eingelegte Varianten zurückzugreifen. (Blöd ist halt dass die Saison so kurz ist und man ja DOCH irgendwann im Jahr wieder essen will, nicht wahr?) Man könnte jetzt aber hergehen und Erdbeeren einfrieren anstatt später die teureren gefrorenen zu kaufen. Bin ich ehrlich gesagt aber zu faul dafür, und ich will ja auch nicht die Kühltruhe mit Tonnen Erdbeeren anräumen.
Aber sagen wir es mal so: es spart natürlich Geld und reduziert Billigimporte (ja meine Lieben, nicht nur die bösen Carnivoren richten Schaden an! - musste ich mal loswerden), wenn man möglichst viel heimisches Gemüse nach Saison isst. Naja, und besser schmeckts meist auch.
Vorbildlich hängt bei uns eine Saisongemüsetabelle rum, die hilft schon manchmal bei der Orientierung (und Rezeptewahl: "Hm, was ist denn grad aktuell? - oh, dies und jenes, das könnten wir wieder mal kochen")

6. Fertig/Frisch
Hat eigentlich jetzt keinen direkten Zusammenhang mit dem Umgang mit Lebensmittel, fiel mir aber grade auf: wie man vielleicht erahnen kann, gitbs bei uns fast 0 Fertigprodukte. Jetzt mal abgesehen von Tomatenmark mit Basilikum oder nem Bärlauchpesto und so Kram. Ist eigentlich Einstellungssache, aber wer nen empfindlichen Magen oder ein Arschloch von Zuckerstoffwechsel hat ist gut beraten um alles fertige einen groooßen Bogen zu machen. Trotzdem finde ich spricht nichts gegen Tiefkühlprodukte, wie etwa Gemüse oder Fisch. Da stimmt die Qualität eigentlich immer und ich schmecke (Fisch=Ausnahme) keinen Unterschied zu frisch. Ausnahmen bestätigen aber die Regel: ich kann halt keine Tiefkühlpilze in nen gemischten Salat werfen und erwarten dass es schmeckt wie frische rohe, aber das ist denk ich soweit jedem klar, aber für die meisten Gerichte ists ok.


Sooo, das war jetzt erstmal mein geistiger Erguss zu diesem Thema.. Über die ein oder andere Meinung von euch würd ich mich freuen!

Kommentare:

  1. Puh, da habt ihr euch ja Gedanken gemacht :) Grundsätzlich finde ich deine Überlegungen und Planungen sinnvoll. Jeder sollte sich hin und wieder mal Gedanken um Lebensmittel machen.

    Ich hasse es ebenfalls wie die Pest, Lebensmittel wegzuschmeißen. Liegt u.a. auch daran, dass meine Oma immer erzählt wies im Krieg war – da wurden alle (Saison-) Lebensmittel haltbar gemacht wo es nur ging, und dann eben das gegessen, was da war – Reste wurden vollständig verwertet, Wegschmeißen war einfach nicht drin. Dazu kommt, dass ich als Student es mir auch einfach nicht leisten kann, teuere Lebensmittel wegzuwerfen (von den Gewissensbissen mal ganz abgesehen).
    Als ich mit Herr Miez zusammengezogen sind war das auch so ein Zusammentreffen zweier Welten. Bei ihm ist regelmäßig etwas, vorallem Gemüse, schlecht geworden und er neigt zum hamstern ;) Jetzt sind wir hinterher, mehr mit Gemüse zu kochen und eben weniger Vorräte anzulegen, um den Überblick nicht zu verlieren. Großeinkäufe mag ich generell eher weniger, weil der Kram meistens doch nicht so schnell verbraucht wird – da geh ich lieber 2,3 mal die Woche einkaufen, wenn was zum Kochen fehlt (der Supermarkt ist 2min zu Fuß erreichbar).
    Soweit möglich versuche ich aber auch nach Saison zu kaufen, im Moment gibt’s jeden zweiten Tag Kürbis ;) Da muss man eben schauen, wie viel man von einem Gemüse abkann, bis es einem zum Hals rauskommt. Toll ist natürlich auch selbstgezogenes Grünzeug! Mache gerade meine ersten Erfahrungen mit Gemüse vom Balkon. Das ist 100%ig frisch, ungespritzt und leckerer als das nachgereifte Zeug ausm Supermarkt.

    Zu dem schwitzen im Gemüsefach: Karotten räume ich grundsätzlich aus der Plasteschale raus und lagere sie Schicht für Schicht mit Zewa dazwischen im Gemüsefach. Da is noch nix verschimmelt :)
    Paprika & Co nehm ich auch immer aus Plastikumverpackungen raus. Funktioniert eigentlich ganz gut.
    Zwiebeln und Kartoffeln lagern in einem Körbchen unten im Schrank in der Küche, wos dunkel, belüftet und halbwegs gleichwarm ist. Einen kühlen Raum oder gar Vorratskeller haben wir hier leider nicht, das wäre natürlich das Optimum.

    So, der Roman ist lang genug ;)
    LG miez

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  2. Es ist nicht verkehrt sich darüber Gedanken zu machen. Auch mich hat es lange genervt dass Gemüse so schnell schlecht wird.
    Bis ich den Tipp bekam mir die "Prima-Klima-Dosen" von Tupperware zu kaufen.
    In diesen Dosen bleibt Gemüse tatsächlich über mehrere Wochen knackig und frisch. Ich wollte es vorher nicht glauben.
    Die Dosen sind nicht gerade günstig. Ich selbst habe sie auf dem Flohmarkt für die Hälfte des Orignalpreises erstanden.
    Ansonsten kann man auch mal bei ebay gucken.
    Grüße
    Olga

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  3. Ich glaube, das Bohei in den Medien hängt auch in erster Linie mit Verfallsdaten usw. zusammen.

    Die werden ja nicht von irgendeiner "übergeordneten Stelle" vorgeschrieben, sondern jede Firma legt sie selbst fest. Das Verfallsdatum sagt einfach nur aus, ab welchem Zeitpunkt nicht mehr der Hersteller haftet, wenn etwas verdorben ist, sondern der Händler. Und damit man besser verkaufen kann, wird dieses Verfallsdatum immer weiter heruntergesetzt. Vor zehn Jahren war Mineralwasser noch dreimal so lange haltbar wie heute... jedenfalls wenn man nach dem geht, was auf der Flasche steht.

    Zuhause nicht so viel wegzuwerfen lässt sich ziemlich gut mit den genannten Mitteln vermeiden. Tatsache ist halt auch, man muss etwas nicht wegschmeissen, nur weil das Verfallsdatum überschritten ist oder das Lebensmittel nicht "schön" aussieht - schrumplige Äpfel sind zum Beispiel ja immer noch eßbar. Man muss halt nur nach gesundem Menschenverstand gehen.

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  4. Ich hab das Gemüsefach rausgenommen. ^__^
    Jetzt lässt sich das Gemüse zwar schwer stapeln, aber es schwitzt halt nicht mehr so schnell.
    Zumindestens halten meine Karotten, in der Plasteschale, nun etwas länger.

    Ansonsten mache ich mir wie du einen Wochenplan, bzw. ich versuche es, die Vorlesungen haben wieder angefangen, da muss ich erst mal gucken wie ich da mit kochen zurecht komme. :)

    Was den verschwenderischen Verbrauch von Lebensmitteln angeht, denke ich momentan lieber zweimal darüber nach ob ich Lebensmittel XY wirklich brauche. Und der Wochenplan hilft hier natürlich auch, das man nicht mehr soviel unnützes Zeug kauft.

    Ich finde man muss einfach viel bewusster mit dem Konsum bzw. mit Lebensmitteln umgehen.

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